High Level Panel 2: CFS & UN-Nutrition

Kohärente Politikkonzepte, wirksame Maßnahmen: Umgang mit der weltweiten Nahrungsmittelkrise

     

 

Committee on World Food Security (CFS)
UN-Nutrition

Zeit: Freitag, 20. Januar 2023, 15:30 -17:00 Uhr

Hintergrund

Die derzeitige Welternährungssituation ist besorgniserregend: 2021 litten schätzungsweise 702 bis 828 Millionen Menschen weltweit an Hunger, was seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie einer Zunahme von etwa 150 Millionen Menschen entspricht. 2020 litten schätzungsweise 149 Millionen Kinder unter fünf Jahren unter verzögertem Wachstum (Stunting), 45 Million unter chronischer Unterernährung (Wasting), 39 Millionen unter Übergewicht und 2019 litten fast 571 Millionen Frauen unter Anämie. Zudem wurde prognostiziert, dass im Jahr 2030 immer noch fast 670 Millionen Menschen an Hunger leiden werden. Da bis 2030 nur noch acht Jahre verbleiben, ist es unwahrscheinlich, dass die Zielvorgaben des SDG 2 in vielen Teilen der Welt erreicht werden, wenn wir nicht einen drastischen Kurswechsel vornehmen. Die zusammenhängenden Schocks von Corona-Pandemie, immer verheerenderen Auswirkungen des Klimawandels und Konflikten verschärfen eine bereits ernste Situation.
Zudem erhöhen die gegenwärtigen Nahrungsmittelsysteme den Druck auf Biodiversität, Böden und Umwelt und erfordern von Regierungen umgehende Aufmerksamkeit und schnelle Lösungswege.
Das weltweite Ernährungs- und Landwirtschaftssystem ist eng mit den globalen Finanz- und Energiemärkten verzahnt und wird derzeit von einer Vielzahl von Herausforderungen erschüttert. Die jüngste Herausforderung ist der anhaltende Konflikt in der Ukraine und seine dramatischen Auswirkungen auf den Anbau, die Ernte, den Transport und die Ausfuhr wichtiger landwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie auf die Preise für und den Zugang zu wichtigen Betriebsmitteln wie Kraftstoffen und Düngemitteln.
Bei der globalen Reaktion auf die gegenwärtige weltweite Nahrungsmittelkrise ist es von größter Bedeutung, dass Länder, regionale Organisationen, die Zivilgesellschaft, Erzeugerorganisationen, Unternehmen und die Forschungsgemeinschaft anerkennen, dass die Ernährungssysteme so umgestaltet werden müssen, dass die Umstellung des gegenwärtigen weltweiten Systems auf ein resilienteres, gerechteres, nachhaltigeres und inklusiveres System gelingt.
Inklusives staatliches Handeln und politische Kohärenz sind entscheidend für die Schaffung von klaren politischen Rahmenbedingungen für gemeinsames Handeln und verbesserte Koordinierung zwischen Sektoren und Akteuren, die unsere Ernährungssysteme so umgestalten können, dass sie gesunde Ernährung für alle liefern und gleichzeitig zur Anpassung an den Klimawandel sowie zur Minderung des Verlusts an biologischer Vielfalt und zur Wiederherstellung von Ökosystemen beitragen.
Der Welternährungsausschuss (CFS) dient als UNO-Lenkungsorgan im Bereich der Ernährungssicherung, in dem über 135 Mitgliedstaaten, die Zivilgesellschaft, die Privatwirtschaft, Wissenschaft und Forschung, UNO-Organisationen und -Programme, internationale Finanzinstitutionen, Stiftungen und andere die globale Politik zur Bewältigung von systemischen und strukturellen Ursachen von Hunger und Mangelernährung in Unterstützung der von den Staaten unternommenen Anstrengungen beraten und koordinieren.
UN-Nutrition ist der UN-Mechanismus zur interinstitutionellen Koordinierung und Zusammenarbeit im Bereich Ernährung auf globaler und auf nationaler Ebene. Er vereint über 15 UNO-Organisationen, Programme und Fonds mit einem Mandat oder Interesse im Bereich Ernährung, wobei sie ihre gemeinsame Stärke dazu nutzen, Mangelernährung in allen ihren Formen wirksam zu begegnen.
Der CFS und UN-Nutrition arbeiten Hand in Hand, um in Anerkennung der Notwendigkeit einer starken und funktionierenden multilateralen, integrativen und interdisziplinären Zusammenarbeit zur Umsetzung der Agenda 2030 die Politikkohärenz zu stärken und politische Leitlinien für Ernährungssicherung und Ernährung zu bieten.
Die vom CFS 2021 verabschiedeten Freiwilligen Leitlinien zu Ernährungssystemen und gesunder Ernährung (VGFSN) sind ein gutes Beispiel für ein globales politisches Instrument, das multilateral über die Verbindungen zwischen Ernährungssystemen und gesunder Ernährung zwischen Regierungen und anderen Beteiligten ausgehandelt wurde. Sie geben mit einem ganzheitlichen Konzept von Ernährungssystemen Orientierungshilfe für politische Konzepte und Maßnahmen zur Bekämpfung von Mangelernährung in jeglicher Form: eine ganzheitliche Perspektive, die Ernährungssysteme in ihrer Gesamtheit betrachtet und sich mit den mehrdimensionalen und vielschichtigen Ursachen von Mangelernährung befasst. Zu diesem Zweck enthalten die Leitlinien wichtige Leitprinzipien zur Unterstützung nachhaltiger Ernährungssysteme in humanitären Kontexten einschließlich Krisenumfeldern.
Die Leitlinien bieten einen Rahmen, um die verschiedenen an den Nahrungsmittelsystemen beteiligten Akteure sektorübergreifend zusammen zu bringen. Ziel ist dabei die Förderung der Umsetzung koordinierter und sektorübergreifender Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Fähigkeiten der Ernährungssysteme, gesunde Nahrungsmittel zu liefern und positive Umweltauswirkungen zu schaffen.

Kernziele der Veranstaltung
– Betonung der unbedingten Notwendigkeit der Umgestaltung von Ernährungssystemen infolge der aktuellen unvorhersehbaren weltweiten Ernährungssituation und der Schlüsselrolle des CFS als Multi-Stakeholder-Plattform, sowie von UN-Nutrition als interinstitutionellem Koordinierungsmechanismus für die Förderung der Zusammenarbeit zwischen allen relevanten Akteuren und dem Aufbau von Synergien zur Förderung der Umgestaltung der Ernährungssysteme;
– Diskussion über Wege, wie die Bemühungen zur Umsetzung der Freiwilligen Leitlinien des CFS Ländern helfen können, ihre neuen nationalen Pläne für Ernährungssicherheit und Ernährung und die Agenda 2030 insbesondere hinsichtlich SDG 2 zu Hunger und Ernährung umzusetzen;
– Förderung inklusiven staatlichen Handelns, politischer Kohärenz und verstärkter Koordinierung zwischen Sektoren und Akteuren zur Sicherstellung verbesserter Gesundheit von Mensch und Planet, einschließlich über die weitere Einbeziehung des CFS und Verwendung anderer relevanter politischer Orientierungsrahmen zur Förderung beschleunigter politischer Maßnahmen aller relevanten Akteure auf globaler, regionaler, nationaler und lokaler Ebene zur Unterstützung der Umgestaltung von Ernährungssystemen und zur Umsetzung der Agenda 2030.

Podiumsgäste

Die Podiumsgäste werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben. 

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